Sternstunden im April

aktuell, 22.04.2026

Lyriden-Maximum trifft auf perfektes Wetter.

In der Nacht von Mittwoch (22. April) auf Donnerstag (23. April) 2026 erwartet uns ein astronomisches Highlight: Der Meteorstrom der Lyriden erreicht seinen Höhepunkt.

Das aktuelle Blockade-Hoch spielt allen Sternenguckern in diesem Jahr dabei perfekt in die Karten; Dank der stabilen Hochdrucklage ist der Himmel über Deutschland in der kommenden Nacht fast verbreitet wolkenlos. Die trockene Luftmasse sorgt zudem für eine besonders hohe Transparenz der Atmosphäre. Das bedeutet: Das Streulicht wird minimiert, und selbst schwächere Sternschnuppen werden mit bloßem Auge sichtbar. Es sind die besten Beobachtungsbedingungen seit Jahren.

Woher kommen die Lyriden?

Die Lyriden sind einer der ältesten bekannten Meteorströme und werden seit über 2.500 Jahren beobachtet. Die Staubspur stammt vom Kometen C/1861 G1 Thatcher. Wenn die Erde diese Staubwolke kreuzt, verglühen die Partikel mit rund 49 km/s (ca. 176.000 km/h) in unserer Atmosphäre.

Die Sternschnuppen scheinen dabei aus dem Sternbild Leier (Lyra) zu kommen, nahe dem hellen Stern Wega. Sie können jedoch am gesamten Himmel auftauchen.

Erwartet werden etwa 15 bis 20 Meteore pro Stunde. Das Besondere an den Lyriden sind die gelegentlichen "Feuerbälle" – besonders helle Meteore, die eine sekundenlange Leuchtspur hinterlassen.

Sternenkamera im donnerwetter.de-Wetterpark in der Eifel
© www.donnerwetter.de

 

Profi-Tipps für die Beobachtung

Um das Maximum optimal zu nutzen, solltet Ihr folgende Punkte beachten:

Die beste Uhrzeit: Die höchste Aktivität wird in der zweiten Nachthälfte erwartet. Zwischen 22:00 Uhr und 04:00 Uhr morgens steigt das Sternbild Leier immer höher, was die Sichtbarkeit deutlich verbessert.

Der Mond-Faktor: Wir haben Glück! Der zunehmende Sichelmond (ca. 34 % Beleuchtung) geht bereits kurz nach Mitternacht unter. Danach herrscht absolute Dunkelheit – ideal, um auch die feinen Leuchtspuren zu entdecken.

Standortwahl: Sucht Euch einen Platz abseits der Stadtlichter. Ein dunkles Feld oder eine Anhöhe sind perfekt. Da die Nächte durch die Hochdrucklage aktuell sehr kühl sind (Bodenfrostgefahr!), ist eine warme Decke oder ein Schlafsack sowie eine Isomatte (zum entspannten Liegen auf dem Rücken) Pflicht.

Augen-Adaption: Gebt Euren Augen etwa 20 Minuten Zeit, um sich an die Dunkelheit zu gewöhnen. Vermeidet in dieser Zeit den Blick auf das helle Smartphone-Display, da dies die Nachtsicht sofort wieder zunichtemacht.

Die Kombination aus dem Lyriden-Maximum, der günstigen Mondphase und dem "Regenloch-Hoch" bietet in der kommenden Nacht perfekte Voraussetzungen für eine erfolgreiche Lyriden-Beobachtung – die Chancen auf eine erfolgreiche Sichtung stehen bei fast 100 %! 

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